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Dekarbonisierung industrieller Energie am ABB-Produktionsstandort Sasbach
Elektrifizierung, Photovoltaik vor Ort und digitale Infrastruktur senken Emissionen und erhöhen die Energie-Resilienz in ABBs deutscher Fertigung.
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ABB hat an seinem Produktionsstandort Sasbach in Deutschland ein strukturiertes Dekarbonisierungsprogramm umgesetzt. Durch die Kombination aus erneuerbarer Energieerzeugung vor Ort, elektrifizierten Produktionsprozessen und digitalem Energiemanagement werden betriebliche Emissionen reduziert und gleichzeitig die Energie-Resilienz industrieller Abläufe gestärkt.
Industrieller Kontext und betrieblicher Umfang
Das Werk in Sasbach fertigt Gehäuse und Energieverteilungssysteme für regionale Märkte. Im Rahmen der Mission to Zero™-Initiative verfolgt der Standort eine datenbasierte Roadmap zur Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen bei gleichzeitiger Sicherstellung stabiler Produktionsprozesse.
Da die industrielle Fertigung einen erheblichen Anteil an den globalen CO₂-Emissionen hat, sind Energieeffizienz und Elektrifizierung zentrale Elemente der europäischen Klimaziele. Das Programm in Sasbach begegnet diesen Herausforderungen durch die Integration von erneuerbarem Strombezug, Eigenerzeugung vor Ort und Prozessoptimierung in bestehende industrielle Infrastrukturen.
Energieinfrastruktur und Emissionsminderungen
Die gesamten CO₂-Einsparungen am Standort belaufen sich auf rund 3.786 Tonnen.
Etwa 2.700 Tonnen entfallen auf den Bezug zertifizierten erneuerbaren Stroms aus dem Netz. Maßnahmen vor Ort tragen zusätzlich 1.086 Tonnen jährliche Emissionsreduktion bei.
Die Photovoltaikanlage wurde auf 3.410 Module erweitert und erzeugt rund 1.500 MWh pro Jahr, was etwa ein Drittel des Strombedarfs des Standorts deckt. Eine neu installierte Transformatorstation bindet die erneuerbare Erzeugung in das elektrische System des Werks ein und sorgt für Spannungsstabilität sowie effizientes Lastmanagement.
Elektrifizierte Produktionsanlagen und Effizienzmaßnahmen ergänzen die erneuerbare Stromversorgung. Eine neu konzipierte Pulverbeschichtungsanlage arbeitet auf zwei Ebenen und nutzt Wärmerückgewinnung, wodurch die installierte Heizleistung gegenüber konventionellen Systemen reduziert werden konnte. Weitere Maßnahmen umfassen eine vollständige LED-Beleuchtung, Abwärmenutzung aus Druckluftsystemen sowie Prozessoptimierung durch Automatisierungssteuerungen.
Digitale Architektur des Energiemanagements
Die Energieflüsse im gesamten Werk werden über ABBs Gebäudeleittechnik (BMS) und Energiemanagementplattform koordiniert. Die Echtzeitüberwachung ermöglicht Lastanalysen, Leistungsbenchmarking und eine kontinuierliche Optimierung der Verbrauchsmuster.
Zusätzlich wird ABB i-bus KNX für die Gebäudeautomation eingesetzt. Diese Lösung unterstützt intelligente Beleuchtungs- und Anlagensteuerung. Die integrierte digitale Infrastruktur verknüpft Erzeugung, Verteilung und Verbrauch und ermöglicht datenbasierte Entscheidungen im industriellen Betrieb.
Betriebliche Resilienz und zukünftige Ausbaustufen
Die Eigenerzeugung von Energie reduziert die Abhängigkeit vom Stromnetz und von Energiepreisschwankungen. 21 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge fördern eine emissionsarme Mobilität für Mitarbeitende und Besucher.
In weiteren Ausbaustufen sind Batteriespeicher geplant, um überschüssige Photovoltaikenergie zu puffern und Spitzenlasten oder Nachtschichten zu versorgen. Gasbasierte Heizsysteme werden schrittweise durch elektrische Wärmepumpen ersetzt, um den Einsatz fossiler Energieträger zu verringern. Zudem wird die Machbarkeit von Windenergie vor Ort geprüft.
Messbarer Beitrag innerhalb eines globalen Programms
Der Standort Sasbach ist einer von 37 ABB-Standorten innerhalb der Mission to Zero™-Initiative. Gemeinsam reduzieren diese Werke jährlich mehr als 60.000 Tonnen CO₂e.
Die Umsetzung in Sasbach zeigt, wie die Integration erneuerbarer Energien, elektrifizierte Prozesse und digitales Energiemanagement quantifizierbare Emissionsreduktionen ermöglichen und gleichzeitig Prozesssicherheit, Kostenstabilität und langfristige Energie-Resilienz in der industriellen Fertigung gewährleisten.
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