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Deutschland führt bei Lieferkettenstörungen in Europa
Eine Studie von reichelt elektronik und OnePoll vergleicht die Resilienz industrieller Lieferketten in fünf europäischen Märkten und zeigt strukturelle Unterschiede in Beschaffung, Automatisierung und digitaler Infrastruktur.
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Eine länderübergreifende Befragung im Auftrag von reichelt elektronik, durchgeführt vom unabhängigen Marktforschungsinstitut OnePoll, zeigt, dass deutsche Industrieunternehmen derzeit stärker von Lieferkettenstörungen betroffen sind als ihre europäischen Vergleichsmärkte. Analysiert wurden mehr als 1.500 Industrieunternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Spanien.
Umfang und Methodik der Untersuchung
Der jährlich durchgeführte Lieferkettenreport, der nun im vierten Jahr vorliegt, untersucht Beschaffungsstabilität, Produktionsunterbrechungen sowie strategische Gegenmaßnahmen. Die Unternehmen bewerteten die operativen Auswirkungen von Bauteilengpässen, administrativen Hürden und Digitalisierungsschwierigkeiten.
Mit 32 Prozent weist Deutschland den höchsten Anteil an Unternehmen auf, die einen starken Einfluss auf ihr Geschäft melden. Produktionsstillstände dauerten durchschnittlich 26,3 Tage in Deutschland und 26,8 Tage in den Niederlanden. In Spanien lag der Wert bei 16,7 Tagen.
Bauteilverfügbarkeit und industrielle Abhängigkeiten
Als kritischstes Nadelöhr gelten Halbleiter. In Deutschland berichten 44 Prozent der Unternehmen von Beschaffungsproblemen, während der europäische Durchschnitt bei 35 Prozent liegt. Die Niederlande verzeichnen mit 23 Prozent den niedrigsten Wert.
Ähnlich zeigt sich die Situation bei Sensoren: 37 Prozent der deutschen Unternehmen melden Engpässe, in Spanien sind es 20 Prozent. Diese Komponenten sind zentrale Elemente industrieller Automatisierung, eingebetteter Systeme sowie KI-gestützter Anwendungen und erhöhen die Abhängigkeit exportorientierter Fertigungsindustrien.
Bei Batterien hingegen sind niederländische Unternehmen stärker betroffen (37 Prozent) als deutsche (24 Prozent). Französische und italienische Unternehmen berichten überdurchschnittlich häufig von Engpässen bei Entwicklerboards (31 Prozent), während Deutschland hier mit 19 Prozent den niedrigsten Wert aufweist.
Strategien zur Risikominimierung
Die Gegenmaßnahmen unterscheiden sich zwischen den Märkten:
- 52 Prozent der deutschen Unternehmen diversifizierten ihre Lieferantenbasis.
- 50 Prozent der spanischen Unternehmen setzten verstärkt auf lokale Beschaffung.
- 46 Prozent der niederländischen Unternehmen priorisierten Investitionen in Automatisierung.
Automatisierungsmaßnahmen umfassen unter anderem Systemredundanzen, vorausschauende Wartungsarchitekturen und eine stärkere vertikale Integration innerhalb der digitalen Infrastruktur zur Reduzierung von Single-Source-Abhängigkeiten.
Regulatorische und strukturelle Einflussfaktoren
55 Prozent der deutschen Unternehmen fordern einen Abbau administrativer Hürden innerhalb der EU, verglichen mit 39 Prozent in den Niederlanden. Zudem nennen 50 Prozent der deutschen Befragten Digitalisierung als zentrale Herausforderung, während in Frankreich lediglich 31 Prozent diesen Punkt hervorheben.
Europaweit erwarten 52 Prozent der Unternehmen eine Entspannung der Liefersituation. Der Optimismus ist in Spanien (66 Prozent) und Italien (62 Prozent) deutlich ausgeprägter als in Deutschland (48 Prozent).
Operative Auswirkungen
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die starke Einbindung Deutschlands in globale Wertschöpfungsketten die Sensibilität gegenüber geopolitischen und handelspolitischen Störungen erhöht. Die überdurchschnittlich langen Produktionsstillstände weisen auf begrenzte Pufferkapazitäten bei kritischen Bauteilen hin.
Lieferantendiversifizierung, Investitionen in Automatisierung sowie erhöhte Transparenz entlang der digitalen Lieferkette gelten laut Studie als zentrale Hebel zur Steigerung der Resilienz in der europäischen Industrie.
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Regulatorische und strukturelle Einflussfaktoren
55 Prozent der deutschen Unternehmen fordern einen Abbau administrativer Hürden innerhalb der EU, verglichen mit 39 Prozent in den Niederlanden. Zudem nennen 50 Prozent der deutschen Befragten Digitalisierung als zentrale Herausforderung, während in Frankreich lediglich 31 Prozent diesen Punkt hervorheben.
Europaweit erwarten 52 Prozent der Unternehmen eine Entspannung der Liefersituation. Der Optimismus ist in Spanien (66 Prozent) und Italien (62 Prozent) deutlich ausgeprägter als in Deutschland (48 Prozent).
Operative Auswirkungen
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die starke Einbindung Deutschlands in globale Wertschöpfungsketten die Sensibilität gegenüber geopolitischen und handelspolitischen Störungen erhöht. Die überdurchschnittlich langen Produktionsstillstände weisen auf begrenzte Pufferkapazitäten bei kritischen Bauteilen hin.
Lieferantendiversifizierung, Investitionen in Automatisierung sowie erhöhte Transparenz entlang der digitalen Lieferkette gelten laut Studie als zentrale Hebel zur Steigerung der Resilienz in der europäischen Industrie.
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