www.konstruktion-industrie.com
09
'26
Written on Modified on
Großwärmepumpe für CO₂-freie Dampferzeugung
BASF integriert am Standort Ludwigshafen eine industrielle Wärmepumpe zur emissionsarmen Dampferzeugung und setzt dabei auf einen zentralen Fallfilmverdampfer als Schlüsselkomponente.
www.basf.com

Am BASF-Standort in Ludwigshafen wird eine industrielle Großwärmepumpe errichtet, die Prozessdampf auf Basis von Abwärme und erneuerbarer Energie erzeugen soll. Mit der Anlieferung eines 95 Tonnen schweren Plattenfallfilmverdampfers wurde ein wesentlicher Meilenstein im Anlagenbau erreicht.
Zentrale Komponente für die Dampferzeugung
Der rund 16 Meter lange Fallfilmverdampfer wurde per Schiff von Schwedt zum Werk transportiert und anschließend per Schwerlasttransport zur Baustelle am Steamcracker gebracht. Die Komponente übernimmt eine zentrale Funktion innerhalb der Wärmepumpe, da in ihr der Prozessdampf erzeugt wird.
Das Verfahren basiert auf der Verdampfung von Flüssigkeiten in dünnen Filmen, wodurch eine effiziente Wärmeübertragung ermöglicht wird. Der erzeugte Dampf ist frei von Sauerstoff und eignet sich damit für industrielle Anwendungen, bei denen Korrosionsvermeidung und Prozessstabilität entscheidend sind.
Integration in bestehende Produktionsinfrastruktur
Der erzeugte Dampf wird über das standortweite Verbundnetz verteilt und in verschiedenen Produktionsprozessen eingesetzt, unter anderem bei der Herstellung von Ameisensäure. Die Wärmepumpe nutzt dabei Abwärme aus Kühlprozessen eines Steamcrackers, wodurch bestehende Energieflüsse in die Dampferzeugung integriert werden.
Ein Großteil der Anlagenkomponenten wurde speziell auf die technischen Anforderungen des Standorts angepasst. Die Gebäudeinfrastruktur sowie wesentliche Rohrleitungsanbindungen sind bereits fertiggestellt.
Leistungsdaten und Emissionsreduktion
Die Anlage ist für eine thermische Leistung von rund 50 MW ausgelegt und soll jährlich bis zu 500.000 Tonnen CO₂-freien Prozessdampf erzeugen. Durch den Einsatz von Grünstrom und die Nutzung von Abwärme können bis zu 98 % der bisherigen Treibhausgasemissionen in diesem Prozess vermieden werden, was einer Reduktion von etwa 100.000 Tonnen CO₂ pro Jahr entspricht.
Damit trägt das Projekt zur Dekarbonisierung energieintensiver chemischer Produktionsprozesse bei und unterstützt die Integration erneuerbarer Energien in industrielle Wärmesysteme.
Projektumsetzung und Förderung
Die Wärmepumpe wird gemeinsam mit dem österreichischen Anlagenbauer GIG Karasek umgesetzt, der für Konstruktion und Errichtung verantwortlich ist. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2027 geplant.
Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen von Klimaschutzverträgen mit bis zu rund 310 Millionen Euro gefördert.
Bearbeitet von Romila DSilva, Induportals-Redakteurin, mit Unterstützung von KI.
www.basf.com
Fordern Sie weitere Informationen an…

