www.konstruktion-industrie.com
11
'26
Written on Modified on
Manuelle Membranventilarchitektur für hygienische und aseptische Fluidsysteme
GEMÜ hat ein manuell betätigtes Membranventil entwickelt, das die Integrität steriler Barrieren in pharmazeutischen und lebensmitteltechnischen Fluidsystemen gewährleistet.
www.gemu-group.com

Der Ventilhersteller GEMÜ hat sein Prozessgeräteportfolio um das manuelle Membranventil GEMÜ D20 erweitert, das speziell für die Handhabung hochreiner Flüssigkeiten in der Pharma-, Biotechnologie- und Lebensmittelindustrie entwickelt wurde. Diese mechanische Lösung zur Durchflussregelung adressiert die Anforderungen an Prozesssicherheit und hygienische Konformität durch die Kombination eines abgedichteten manuellen Antriebs mit einer gekammerten Dichtungsschnittstelle.
Aseptische Abdichtung und mechanische Ventilarchitektur
Die Prozessintegrität in sterilen Produktionsumgebungen erfordert Ventilgeometrien, die externe Betätigungsmechanismen von den aktiven Medien isolieren. Das manuelle Ventil erfüllt diese Anforderung durch eine interne Konstruktion, bei der sämtliche strukturellen Antriebskomponenten mit Ausnahme nichtmetallischer Dichtelemente aus Edelstahl gefertigt sind. Eine fest gekammerte Membran gewährleistet die hermetische Trennung zwischen dem Prozessmedium und den mechanischen Antriebselementen und macht eine erneute Drehmomenteinstellung während thermischer Betriebszyklen überflüssig.
Um das Eindringen von Bakterien zu verhindern und die Reinigung der Außenflächen zu erleichtern, verfügt das Handrad über ein abgedichtetes Gehäuse. Diese Gehäusekonstruktion erfüllt die 3-A Sanitary Standards und qualifiziert die Baugruppe für den Einsatz in hygienischen und aseptischen Fluidkreisläufen, in denen regelmäßige Reinigungen und der Kontakt mit Reinigungsmedien vorgeschrieben sind.
Mechanik der Membranverbindung und Wartungsprotokolle
Die Stillstandszeiten bei Chargenwechseln und vorbeugenden Wartungsarbeiten werden maßgeblich durch die Einfachheit des Austauschs von Verschleißteilen bestimmt. Das Ventil verfügt über einen Bajonettstift-Anschlussmechanismus für die Membran, der das Risiko von Montagefehlern reduziert und die Austauschzeiten gegenüber herkömmlichen Gewindeverbindungen verkürzt. Die visuelle Prozessüberwachung wird durch eine skalierte optische Stellungsanzeige unterstützt, die direkt in das Antriebsgehäuse integriert ist und es Bedienern ermöglicht, den Öffnungsgrad ohne externe Messinstrumente zu überprüfen.
Der interne Durchgang des Ventilkörpers ist so profiliert, dass der Strömungswiderstand minimiert wird. Dadurch werden hohe Durchflusskoeffizienten (Kv-Werte) und eine lineare Verteilung des Fluids erreicht. Die gesamte mechanische Baugruppe unterstützt Clean-in-Place-(CIP)- und Steam-in-Place-(SIP)-Dekontaminationszyklen und hält vollständigen Autoklavensterilisationsverfahren stand. Zum Start der Produkteinführung wird das Ventil in der Membrangröße MG B angeboten; weitere Abmessungsvarianten sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
Systemintegration über sterile Ventilplattformen hinweg
Die Einheit ist Teil einer breiteren Generation von Prozesssteuerungskomponenten, die für die Verbindung von industrieller Automatisierung und manuellen Betriebsabläufen entwickelt wurden. Diese mechanische Plattform ergänzt weitere Produktlinien, darunter pneumatische Antriebssysteme wie GEMÜ D40, Schnellverschluss-Ventilausführungen wie GEMÜ D41, Eck- und Durchgangssitzventile der GEMÜ-S40-Reihe sowie Behälterauslassventile wie GEMÜ P40. Die elektrische Überwachung und Signalrückmeldung dieser Baugruppen erfolgt über den optischen Stellungsensor GEMÜ 12A0 und die Kombischaltboxen GEMÜ 44A0, wodurch einheitliche Schnittstellenstandards über mehrstufige Produktionsanlagen hinweg ermöglicht werden.
Zusätzlicher Kontext
Dieser Abschnitt enthält technische Spezifikationen und Wettbewerbsvergleiche, die nicht in der ursprünglichen Produktankündigung enthalten sind.
In der hygienischen Verfahrenstechnik werden manuelle Membranventile mit branchenüblichen Lösungen wie den Baureihen Bürkert Typ 2000/2103, Alfa Laval Unique DV-ST UltraPure und ITT Engineered Valves Pure-Flo verglichen.
Ein entscheidendes mechanisches Unterscheidungsmerkmal bei der Wartung aseptischer Ventile ist das Befestigungssystem zwischen Membran und Antrieb. Herkömmliche Konstruktionen verwenden Befestigungen mit Gewindebolzen, die bei der Montage eine präzise Drehmomentkontrolle erfordern, um eine ungleichmäßige Elastomerkompression oder ein Einreißen der Membran zu verhindern. Systeme mit Bajonett-, Steck- oder formschlüssigen mechanischen Kupplungen – wie der Bajonettmechanismus der GEMÜ-Plattform oder die Nutkonstruktion bestimmter Bürkert-Einheiten – vermeiden Torsionsbelastungen der Membran während der Montage und reduzieren dadurch das Risiko menschlicher Fehler bei Wartungsarbeiten.
Aus regulatorischer und werkstofftechnischer Sicht müssen manuelle Sanitärventile in dieser Kategorie die ASME-BPE-Standards für hygienische Klemm- und Schweißanschlüsse, die FDA-21-CFR-177-Anforderungen für medienberührte Polymere wie PTFE- und EPDM-Mischungen sowie die biologische Reaktivitätszertifizierung nach USP Class VI erfüllen. Die Oberflächenbearbeitung interner medienberührter Bereiche orientiert sich typischerweise an einer mittleren Rauheit von Ra ≤ 0,51 Mikrometern (20 Mikrozoll) bei standardmäßig elektropoliertem Edelstahl (AISI 316L/1.4435) und entspricht damit den betrieblichen Kriterien moderner CIP/SIP-Validierungsverfahren.
Bearbeitet von Natania Lyngdoh, Induportals-Redakteurin, mit Unterstützung von KI.
www.gemu-group.com
Fordern Sie weitere Informationen an…

