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Parker aktualisiert PSD-Servoantriebe mit neuen Regelungsmodi

Die Software ergänzt Drehmoment-/Kraftregelung, Multi-Achs-Getriebefunktionen für Cut-on-Fly-Bewegungen sowie Diagnosefunktionen für schnellere Inbetriebnahme und Zustandsüberwachung.

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Parker aktualisiert PSD-Servoantriebe mit neuen Regelungsmodi

Servoantriebe sollen zunehmend mehr Applikationslogik direkt im Antrieb übernehmen – für präzise Kraftaufgaben, dynamische Synchronisation und schnellere Fehlersuche ohne externe Steuerungen oder Messtechnik. In diesem Kontext hat Parker Hannifin ein umfassendes Software-Update für seine PSD-Servoantriebsfamilie mit Fokus auf „Intelligent Drive“ veröffentlicht.

Drehmoment- und Kraftregelung für Pressen und Wickeln
Das Software-Update führt dedizierte Betriebsarten Torque Control und Force Control ein, die auf Schub-, Press- und Wickelanwendungen ausgelegt sind, in denen Drehmoment oder Kraft präzise geregelt werden müssen.

Open-loop Torque Control ist so ausgelegt, dass dynamisch zwischen Strom- (Drehmoment-) Regelung und Positionsregelung anhand gemessener Rückmeldesignale umgeschaltet wird. Ziel ist es, drehmomentbasierte Regelung dort bereitzustellen, wo sie benötigt wird, und gleichzeitig Positionsregelung beizubehalten, wenn es der Bewegungsablauf erfordert.

Force Control nutzt einen Sensoreingang für eine hochgenaue geschlossene Kraftregelung und richtet sich an Anwendungen mit konstantem Kraftbedarf, wie Presspassvorgänge, Umformprozesse oder empfindliche Montageoperationen.

Neue Getriebe- und Synchronisationsfunktionen für kontinuierliche Bewegung
Für dynamische Multi-Achs-Anwendungen wie kontinuierliches Handling und Cut-on-Fly ergänzt Parker neue Synchronisations- und Getriebefunktionen, die mechanische Kompromisse reduzieren und die Zeitgenauigkeit verbessern sollen.

Die Funktion GearInPos synchronisiert eine Sekundärachse mit einer Primärachse mit präziser Positionsausrichtung, um die Sollgeschwindigkeit exakt am Synchronisationspunkt zu erreichen. Das richtet sich an Anwendungen wie Schneiden oder Indexieren, bei denen Timing und Phasenlage die Ergebnisqualität bestimmen.

MoveSuperImposed ermöglicht eine relative überlagerte Bewegung auf einer Achse, die bereits in Bewegung ist. Dadurch lassen sich Korrektur- oder Kompensationsüberlagerungen während des kontinuierlichen Betriebs ausführen, ohne das Hauptbewegungsprofil zu stoppen.

Beobachter und Notch-Filter für Stabilität und Effizienz
Das Release umfasst Leistungs- und Regelungsverbesserungen zur Störunterdrückung und stabilen Regelung bei wechselnden Lasten. Parker nennt unter anderem Drehzahl- und Lastmomentbeobachter sowie integrierte Notch-Filter.

Diese Funktionen erhöhen typischerweise die Regelgüte, indem sie Lastverhalten schätzen und Resonanzfrequenzen unterdrücken. Das kann Schwingungen reduzieren, die nutzbare Bandbreite beim Servotuning erhöhen und in der Anwendung zu straffer Regelung, weniger Überschwingen und effizienterer Energienutzung bei Transienten führen.

PSD Servo Manager mit Multi-Achs-Tools für die Inbetriebnahme
Auf Engineering-Seite erhält der PSD Servo Manager Funktionen, die Inbetriebnahme und Tuning in Systemen mit mehreren Antrieben beschleunigen sollen.

Ein neues Multi-Achs-Tool vereinfacht die koordinierte Konfiguration und Motion-Setup über mehrere Antriebe hinweg. Zusätzlich unterstützt ein integrierter Signalanalysator frequenzbasierte Messungen (Frequenzgang) direkt im Antrieb, wodurch externe Messgeräte bei Tuning und Validierung seltener erforderlich sind.

Codesys-Netzwerkvariablen für Datenaustausch im Maschinennetzwerk
Das Update unterstützt Codesys Network Variables, die einen strukturierten Datenaustausch mit anderen Geräten im Maschinennetzwerk ermöglichen. Das adressiert Integrationsfälle wie Condition Monitoring, bei denen Antriebe Laufzeitdaten für Diagnose, Performance-Tracking oder wartungsorientiertes Monitoring bereitstellen.

Modulare DC-Bus-Architektur bleibt Kernmerkmal der PSD-Serie
Die PSD-Plattform basiert auf einer modularen Multi-Achs-Architektur mit zentralem Netzmodul sowie Ein-, Zwei- oder Drei-Achs-Modulen, die einen DC-Bus gemeinsam nutzen. Dadurch lässt sich die Leistungsversorgung über Achsen bündeln und redundante Leistungshardware in Multi-Achs-Systemen reduzieren.

Für kleinere Maschinen gibt es außerdem eine Single-Axis-Stand-alone-Version mit denselben Funktionsmöglichkeiten. Für Installation und Service nennt Parker schnelle Verdrahtung, eine Standard-One-Cable-Feedback-Lösung, reduzierten Verkabelungsaufwand und eine integrierte SD-Speicherkarte für schnelleren Gerätetausch und Konfigurationshandling.

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