www.konstruktion-industrie.com
06
'26
Written on Modified on
Siemens enthüllt Erweiterungen der Gridscale X-Plattform und KI-gestütztes PSS E
Die Gridscale X-Plattform dient als digitales Rückgrat zur Verwaltung zunehmend komplexer und dynamischer Stromnetze.
www.siemens.com

Siemens hat die nächste Evolutionsstufe seiner Gridscale X-Plattform sowie die nächste Generation der PSS E-Software eingeführt, um Netzkomplexität und Übertragungsplanung zu bewältigen. Die Plattform nutzt ein einheitliches Netzmodell und einen digitalen Zwilling, um eine systemweite Sichtbarkeit zu gewährleisten. Diese Architektur soll es Betreibern ermöglichen, Flexibilität zu steuern und betriebliche Risiken zu reduzieren, während die Netze nahe an ihren technischen Grenzen betrieben werden.
Die Plattform unterstützt eigenentwickelte Anwendungen, sodass Versorgungsunternehmen proprietäre Software auf das gemeinsame Netzmodell migrieren können. Diese Integration ermöglicht es, Innovationen direkt in die Arbeitsabläufe des Netzbetriebs einzubinden.
Implementierung und strategische Partnerschaften
Der niederländische Netzbetreiber Alliander hat maßgeschneiderte Anwendungen in die Gridscale X-Plattform integriert. Nach dem Beginn einer strategischen Partnerschaft im Jahr 2024 weitete Alliander seine Abdeckung des Mittelspannungsnetzes von 65 % auf 100 % aus. Der Betreiber migrierte 85 Anwendungen auf die Plattform, was zu einer Reduzierung der IT-Landschaftsdichte um 30 % führte.
KI-gestützte Übertragungsplanung
Siemens stellte die nächste Generation von PSS E auf Gridscale X auf dem Grid Software Summit in Amsterdam vor, der vom 6. bis 8. Mai 2026 stattfand. Die aktualisierte Software enthält KI-basierte agentische Funktionen („agentic capabilities“) und fachspezifische Automatisierung, um Planungsstudien und Arbeitsabläufe zu beschleunigen.
Die Software umfasst über 2.000 offene APIs, um die Integration und Automatisierung für die auf digitalen Zwillingen basierende Planung zu erleichtern. Die neueste Version ist speziell darauf ausgelegt, Integrationsszenarien für Rechenzentren und große Lasten zu unterstützen. Laut Unternehmensdaten kann eine neu gestaltete, Cloud-native Benutzeroberfläche für Anschlussstudien die Antwortzeiten um bis zu 50 % verkürzen.
Sabine Erlinghagen, CEO von Siemens Grid Software, erklärte, dass die Plattform die Brücke zwischen langfristiger Planung und Echtzeitbetrieb schlage. Sie merkte an, dass die Einführung agentischer Funktionen und einer modernen Benutzererfahrung darauf abzielt, Planern Werkzeuge an die Hand zu geben, um den steigenden Zeitdruck und die Systemkomplexität zu bewältigen.
Zusätzlicher Kontext
Die globale Energiewende hin zu erneuerbaren Energien und der rasche Ausbau von Hochlastindustrien, wie etwa KI-gesteuerten Rechenzentren, haben die bestehende elektrische Infrastruktur beispiellos unter Druck gesetzt. Traditionelles Netzmanagement beruht oft auf fragmentierten Datenmodellen und manuellen Planungsprozessen, die Schwierigkeiten haben, die Volatilität wetterabhängiger Energiequellen wie Wind und Sonne zu berücksichtigen.
Digitale Zwillinge und einheitliche Netzmodelle werden im Versorgungssektor zunehmend eingesetzt, um virtuelle Abbilder physischer Anlagen zu erstellen. Diese Technologien ermöglichen Echtzeitsimulationen und prädiktive Analysen, sodass Versorgungsunternehmen „Was-wäre-wenn“-Szenarien testen können, ohne die physische Infrastruktur zu riskieren. Agentische KI bezieht sich in diesem Zusammenhang auf autonome oder teilautonome Software-Agenten, die in der Lage sind, komplexe Aufgaben – wie das Durchführen tausender Lastfluss-Simulationen – mit minimalem menschlichem Eingreifen auszuführen. Dieser Wandel hin zur Automatisierung gilt als eine der wichtigsten Methoden für Versorgungsunternehmen, um die Anschlusskapazität zu erhöhen und die Systemzuverlässigkeit bei fortschreitender weltweiter Elektrifizierung aufrechtzuerhalten.
Bearbeitet von Romila DSilva, Redakteurin bei Induportals, mit KI-Unterstützung.
Fordern Sie weitere Informationen an…

