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Vertikale Energiekettensysteme für automatisierte Materialflusstechnik

Der Komponentenhersteller igus hat ein kompaktes vertikales Energiekettensystem entwickelt, das für Regalbediengeräte und Anwendungen mit vertikalen Verfahrwegen von bis zu 50 Metern ausgelegt ist.

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Vertikale Energiekettensysteme für automatisierte Materialflusstechnik

Die Material-Handling-Branche benötigt spezialisierte Systemarchitekturen, um Lagerflächen optimal zu nutzen. Dies wirkt sich direkt auf automatische Lager- und Bereitstellungssysteme (AS/RS), Aufzüge und Krane aus. Für die Energie- und Datenübertragung über vertikale Distanzen von bis zu 50 Metern hat igus das Energieführungssystem guidelok slimline GLSL.P.S.2 entwickelt. Die aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigte Lösung dient als Alternative zu starren Stromschienensystemen und metallischen Führungskanälen und ermöglicht die kombinierte Führung von Energie-, Steuer- und Datenleitungen in beengten Intralogistikumgebungen.

Platzoptimierung in der vertikalen Intralogistik
Automatisierte Lagerprozesse basieren auf hochverdichteten Lagerkonzepten mit immer höheren Regalen und schmaleren Gängen. Diese räumlichen Anforderungen erfordern kompakte Energieversorgungssysteme für bewegliche Lastaufnahmemittel und Komponenten entlang vertikaler Maste.

Herkömmliche Stromschienensysteme weisen Einschränkungen bei der Datenübertragung auf und können einen hohen Installationsaufwand verursachen. Konventionelle Energieketten aus Stahl oder Aluminium besitzen dagegen ein höheres Gewicht und größere Abmessungen, wodurch sie während des Betriebs stärker von seitlichen Beschleunigungskräften beeinflusst werden können. Die Kunststoff- und Verbundwerkstoffkonstruktion des guidelok-Systems reduziert diese Einschränkungen durch ein geringeres Gewicht und einen kompakteren Aufbau.

Dynamische Leistungsfähigkeit und Stabilisierung
Das guidelok slimline-System unterstützt Fahrgeschwindigkeiten von bis zu 7 m/s sowie Beschleunigungen von bis zu 10 m/s². Die Konstruktion basiert auf U-förmigen Führungsschienen, die paarweise gegenüberliegend in definierten Abständen entlang des Mastes eines Regalbediengeräts montiert werden.

Der Festpunkt der Energiekette der Serie 2700 befindet sich in der Mitte des Verfahrwegs. Während sich das Lastaufnahmemittel entlang des Mastes bewegt, folgt die Energiekette dieser vertikalen Bewegung. Zur Reduzierung von Pendelbewegungen, Vibrationen und Geräuschentwicklung integriert das System federbelastete Kunststoff-Stabilisierungselemente innerhalb der Führungsschienen. Während der Bewegung drückt der Biegeradius der Energiekette diese Elemente mechanisch zur Seite und ermöglicht so eine freie Passage bei gleichzeitig präziser Kettenführung.

Abmessungen und Montage
Die kompakte Bauweise des guidelok slimline GLSL.P.S.2 basiert auf einem reduzierten Abstand zwischen den seitlichen Führungsschienen. Dadurch erreicht das System eine Gesamtbreite von weniger als 350 Millimetern bei einer Tiefe von lediglich 226 Millimetern.

Die nutzbare Innenbreite für Leitungen beträgt 100 Millimeter und unterstützt einen minimalen Biegeradius von 75 Millimetern. Aufgrund dieses schlanken Profils eignet sich das System für den Einsatz in engen Aufzugsschächten sowie in Krananlagen mit begrenztem Bauraum.

Die Führungsschienen aus glasfaserverstärktem Verbundwerkstoff und die tribologisch optimierten Kunststoffelemente werden vormontiert geliefert. Die Installation erfolgt durch die Befestigung von vier Schrauben pro Abschnitt direkt am Mast, wodurch eine schnelle Integration ohne aufwendige Justagearbeiten möglich ist. Darüber hinaus unterstützt die Systemarchitektur die Integration von Sensoren für Zustandsüberwachung und Predictive-Maintenance-Konzepte.

Zusätzlicher Kontext: Technische Spezifikationen und Wettbewerbsvergleich
Die vertikale Energieversorgung in Material-Handling-Anwendungen wird traditionell von drei Technologien dominiert: Stromschienensystemen, Schleppleitungssystemen und metallischen Energieketten.

Stromschienen ermöglichen eine effiziente Energieübertragung, stoßen jedoch bei der Führung von Pneumatikschläuchen sowie geschirmten Ethernet- oder Glasfaserkabeln an Grenzen, die für die kontinuierliche Sensor- und Datenkommunikation moderner AS/RS-Anlagen erforderlich sind. Metallische Energieketten können unterschiedliche Medien führen, erhöhen jedoch aufgrund ihres hohen Eigengewichts die bewegte Masse und damit den Leistungsbedarf der Antriebe.

Durch den Einsatz glasfaserverstärkter Kunststoffe können vertikale Energiekettensysteme das spezifische Gewicht gegenüber vergleichbaren Stahlkonstruktionen um bis zu 50 Prozent reduzieren. Die geringere bewegte Masse senkt den Energieverbrauch der vertikalen Achsantriebe und erfüllt gleichzeitig die hohen Anforderungen an Dauerfestigkeit und Zyklusbeständigkeit in automatisierten Lageranwendungen.

Bearbeitet von dem Industriefachjournalisten Lekshman Ramdas, mit Unterstützung von KI.

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