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Ist smarter automatisch sicherer?

Industrie 4.0 wird Auswirkungen auf die „Sichere Automation“ haben. Wenn Produktionsabläufe flexibler und Maschinen- sowie Anlagenteile autonomer werden, muss auch die Sicherheit neu betrachtet werden.

Ist smarter automatisch sicherer?

Mit Industrie 4.0 gehen modulare und flexible Fertigungsprozesse einher. Diese haben Auswirkungen auf die „sichere Automation“. Als aktives Mitglied der Technologie-Initiative SmartFactoryKL arbeiten wir in einem Netzwerk aus Industriepartnern und Forschungseinrichtungen in verschiedenen Arbeitsgruppen an Konzepten, Standards und Lösungen, die die Grundlage für eine hochflexible Automatisierungstechnik bilden.

Die Arbeitsgruppe 1 „Smarte Infrastruktur“ arbeitet an einem dynamischen Sicherheitskonzept zur vereinfachten, teil- oder vollautomatisierten Zertifizierung, das in der Smart Factory KL Industrie-4.0-Anlage getestet wird. Das Konzept basiert auf einem industriellen Ethernet-Kommunikationsprotokoll.

Die gesamte Anlage besteht aus vier räumlich voneinander getrennten Produktionslinien, die mithilfe eines Fahrerlosen Transportsystems, dem „Robotino“ miteinander verbunden sind. Wird der Not-Halt-Taster PITestop active von Pilz ausgelöst, solange sich der „Robotino“ frei zwischen den Modulen bewegt, wird ausschließlich der „Robotino“ gestoppt. Ist der „Robotino“ an eine Fertigungslinie angedockt, stoppt der Not-Halt-Taster die angeschlossene Linie.

Die anderen Fertigungslinien können weiterhin produzieren. Dies kann Produktionsausfälle deutlich reduzieren. Damit konnte der Not-Halt-Taster erstmals flexibel über einzelne Fertigungslinien und nicht mehr nur über die komplette Anlage parametriert werden.

Zudem sollen einzelne Module während des Betriebs ausgetauscht werden können, ohne die Fertigung nennenswert zu beeinflussen. Bei jedem Umbau einer modularen Fertigungslinie kann es zu neuen Abhängigkeiten an den Schnittstellen zwischen den sicheren Anlagenmodulen kommen. Daher muss die Gesamtanlage sicherheitstechnisch neu betrachtet werden. Es gilt nämlich nicht die einfache Übertragbarkeit: CE-Modul1 + CE-Modul2 = CE-Gesamtmaschine!

Smarte Lösungen sind also nicht automatisch sicherer, sondern erfordern eine neue Betrachtung der Sicherheitslösung. Optimal wäre es, wenn bei Anlagenerweiterungen oder -ergänzungen ein vereinfachtes, teil- oder vollautomatisiertes Zertifizierungsverfahren eingesetzt werden kann. Daher arbeitet die Arbeitsgruppe an einer Lösung, bei der automatisiert geprüft wird, ob nach Zusammenfügen zweier oder mehrerer Module eine erneute Betrachtung der Safety notwendig ist.

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